Das sind Eure Phonieboxen

Ich hab vorher nicht erwartet, dass es so viele Nachbauten auf Basis meiner Phoniebox-Blogbeiträge gibt. Daher möchte ich Euch auch die Chance geben Eure Boxen hier zu zeigen und vom Bau zu erzählen…

  1. Annex Box
  2. Garys Box
  3. RhineFires Box
  4. Linabox

1. Annex Box

Das ist meine 2.Box. Die erste habe ich klassisch mit einer Holzbox gebaut ohne Taster aber mit innen liegenden Display. Die Box lief gut.

So wie es nun mal ist gehen einem ja immer so schöne Erweiterungen durch den Kopf und da ich gerade einen neuen 3D Drucker hab, dachte ich mir, dass ich mich ja mal mit den ganzen Programmen auseinandersetzten kann und mir eine Box selber mache.

Bin dann beim Display über den Blog von Olaf gestolpert und ab da nach der Anleitung alles zusammen gebaut. Läuft alles!

Bei den Tastern hatte ich erst mit Arcade Taster geplant und musste die oberen löcher ein bisschen mit dem Dremel erweitern. In der Box ist im Moment viel Kabelsalat was ich aber auch noch ändern werde. Die weißen Druckteile sind mein erster Versuch zu drucken und die passten super rein um alles ein bisschen Halt zu geben. Die Platinen für Taster und LEDs habe ich mit Heißkleber auf dem Boden geklebt. Der Hifiberry klebt links an der Box. Das Display habe ich mit Heißkleber passend eingeklebt.

Der Deckel gefällt mir noch nicht so gut und wird noch optimiert 😉

Druckdauer:
Box bei 0.1 ca. 30 Stunden
Deckel bei 0.3 ca 4 Stunden

Die Aufkleber waren eine Idee meiner Frau… Wir hatten von Ikea noch Wandaufkleber liegen. Meine beiden Töchter finden die Box richtig klasse.

Mir gehen jetzt schon wieder ein paar Sachen durch den Kopf die nach und nach im Angriff genommen werden.

AnneX 3D Druckdateien als Download:Herunterladen

2. Garys Box

3. RhineFires Box

4. Linabox von Simon Fischer

Wir besitzen eine Toniebox und ich finde das Konzept super, dass man mit den Figuren Lieder/Geschichten abspielen kann. Jedoch stören mich folgende Dinge:

  • Die einzelne Tonies haben bei Weitem nicht die Auswahl wie z.B. Spotify
  • Für Selbstgebaute Figuren braucht man trotzdem den Chip von einem Kreativ Tonie. Das bedeutet, jede Geschichte kostet 12€ + eigene Figur
  • Kein Remotezugriff (Play/Pause/Lauter/…. über App oder Webinterface)
  • LED kann nicht gesteuert werden
  • Weiterschalten durch seitliches „schlagen“ kompliziert (schaltet manchmal nicht weiter oder Figur fällt runter)

Vorteile gegenüber der Phoniebox:

  • Kompakt und klein auf einer Platine designed
  • Kleiner und leichter als die selbstgebaute Phoniebox (1,9kg)
  • Schnelleres hochfahren (allerdings nur für offline Titel, da online nicht verfügbar)

Ich habe in der Vergangenheit schon öfters mit dem Raspberry Pi ein paar Projekte realisiert (Kodi Mediacenter, NAS, AirPrint Server). Ich habe im Studium Programmieren gelernt (C, Java, Assembler), jedoch bin ich mit Phyton nicht wirklich Vertraut und wollte habe eine Variante mit mehr Hardware Ich bin nach vielen Internetrecherchen immer wieder auf die Phoniebox gestoßen und habe diese dann Schlussendlich nach der Anleitung von Olaf Splitt gebaut. Hier wollte ich aber unbedingt einen Drehregler, anstatt die Lautstärke über die Tasten zu verändern.

Bei der Suche nach Lautsprecher bin ich dann auf die Logitech Z200 gestoßen. Beim Öffnen des Gehäuses kommt die erste Überraschung: Es sind nur 2 Lautsprecher verbaut. Die obere zwei Membrane sind als passive Lautsprecher (also nur die Membrane) eingebaut. Da ich eh nur 2 wollte, war das ok für mich. Die Platine und Lautsprecher habe ich dann in die Box verbaut.

Der Vorteil vom Logitech Z200 ist, dass man Verstärker, Lautsprecher, Drehregler und AUX Kabel alles in einem System hat.

Problem:
Wenn man das AUX Kabel von der Logitech Z200 Platine an den Raspberry anschließt, klingt es wirklich ganz gut. Wenn man aber die Lautstärke von der Phoniebox Weboberfläche hoch eingestellt hat (>50%), jedoch mit dem Drehregler relativ leise ist (<50%), dann ist der Klirrfaktor extrem hoch. Hier habe einmal gedacht, dass ich bei einem Laustärketest meinen Lautsprecher zerschossen habe aber es war nur der Klirrfaktor.

Lösung:
Hier hat die USB-Soundkarte deutliche Verbesserungen gebracht. Jetzt ist kein Klirren mehr da, egal wie man die Einzulegen im Webinterface und am Drehregler hat. Des Weiteren habe ich bemerkt, dass die 3,3V deutlich Störungsfreier sind als die 5V. Die Chips vom Logitech Z200 funktionieren ab 2,7V (Datenblatt). Deshalb habe ich diese an den 3,3V angeschlossen und nicht an den 5V, obwohl das Netzteil von dem Z200 sogar 5,5V liefert.

Da die Lautstärke über den Drehregler eingestellt wird, bleibt die Lautstarke in der Weboberfläche meistens gleich. Ich habe die Standardlaustärke auf 10% gestellt. Das reicht gut aus für Hörbücher/Musik in angenehmer Zimmerlautstärke. Wenn man es dann mal lauter will, kann man über die Weboberfläche die Lautstärke erhöhen.

Hier kann man die Standardlautstärke einstellen:

sudo nano /etc/mopidy/mopidy.conf

output = alsasink
mixer_volume = 10

und in

sudo nano ~/.config/mopidy/mopidy.conf
#mixer = software
mixer_volume = 10
output = alsasink

Mit diesem Setup wird die maximale Lautstärke nicht über die maximale Lautstärke in der Weboberfläche eingestellt, sondern über die normale Lautstärke, da ein externer Drehregler vorhanden ist. Die maximale Lautstärke habe ich in der Weboberfläche auf 100% und wenn die Tochter mehr als 10% braucht, kann ich über das Smartphone dann die normale Lautstärke erhöhen. Nach einem Neustart ist dann alles wieder auf 10%.

Probleme mit OnOff Shim und Idle Timer:

Auch im Internet hatten viele Probleme mit dem Idle Timer und dem OnOff Shim. Anscheinend funktioniert die Lösung mit sudo shutdown -h 0 in der Datei /home/pi/RPi-Jukebox-RFID/scripts/playout_controls.sh. Bei mir hat das nicht geholfen. Hier habe ich beobachtet, dass der OnOff Shim immer noch meint, dass der Raspberry Pi angeschaltet ist, daher nicht ausschaltet du deswegen die Stromversorgung zum OnOff Shim getrennt werden muss. Hier weiss ich nicht, ob der Raspberry über die GPIOs falsch Kommuniziert oder an einem Pin einen falschen Pegel hat. Ich konnte aber auch sehen, dass das Ausschalten durch den Taster immer reibungslos funktioniert. Daher habe ich einen NPN Transistor einfach parallel zum Taster geschaltet. Die Basis des Transistors habe ich mit einem seriellen 220Ω Widertand an den GPIO12 (PWM) geschaltet. Ich habe diesen GPIO genommen, weil er standardmäßig schon auf LOW ist. Viele anderen sind auf HIGH und müssten beim Start-up erst konfiguriert werden.

In der Datei /home/pi/RPi-Jukebox-RFID/scripts/playout_controls.sh habe ich anstatt „sudo shutdown -h 0” dies hier eingefügt:

sudo echo 12 > /sys/class/gpio/export
sudo echo out > /sys/class/gpio/gpio12/direction
sudo echo 1 > /sys/class/gpio/gpio12/value

Mit dieser Lösung hatte ich keine Probleme mehr.

Karten erstellen:

Durch das Webinterface ist es sehr einfach eine Spotify Playlist mit einer Karte zu verknüpfen. Mit den Laminierfolien in der richtigen Größe und einem Laminiergerät sind die Karten sehr leicht anzufertigen. Ich habe mir hier ein Power Point Dokument angefertigt, in der schon Schablonen drin sind und nur noch Bilder und Text eingefügt werden kann. Hier speichere ich mir auch alle, die ich bisher gemacht habe, damit ich sehen kann falls mal eine Verloren geht.

Boot Zeit:

Nach dem Einschalten ist die Box nach ca. 13 Sekunden einsatzfähig.
Mir ist aufgefallen, dass selbst erstellte Spotify Playlisten nach dem Start ca. 3 Sekunden länger brauchen, bis sie abspielen. Wenn aber schonmal was abgespielt wurde, gibt es keinen Unterschied mehr.

Da ich die Boot Zeit nochmal kleiner bekommen wollte habe ich auch versucht die root Partition auf einer SSD Festplatte laufen zu lassen. Das hat genau 0 Sekunden gebracht. Ich habe mir erhofft, dass der Raspberry nur einen kleinen Teil der micro SD karte bootet und dann schnell auf die SSD springt, jedoch bootet er komplett von der SD Karte. Wenn beim Raspberry Pi 4 vielleicht mal kommt, dass man direkt von einer SSD booten kann, werde ich dies nochmal testen.

Ich habe ebenfalls eine besserer micro SD Karte versucht (170MB/s), jedoch ist hier glaub die Anbindung von der micro SD Karte an den Microcontroller der Flaschenhals und hat somit keinerlei Verbesserungen gebracht.

Hier ein Auszug aus systemd-analyze time und systemd-analyze blame

Startup finished in 1.051s (kernel) + 14.607s (userspace) = 15.658s

Was ich noch testen will:

  • SSD Boot (sobald es supportet wird)
  • Die Platine vom Z200 mit hohen Kapazitäten (Elcos) puffern, um zu sehen ob das (sehr) leise knacken sich verbessert.
  • Eine Möglichkeit finden, wie man den Startsound der Phoniebox ebenfalls auf 10% einstellen kann, da diese ja von einem anderen Player abgespielt werden. Das ist vorallem blöd, wenn sie zum Einschlafgen genutzt wird. Daher habe ich den Ton beim abschalten wieder ausgestellt.

Die Einkaufsliste:

Raspberry Pi 4B58,50 €
Powerbank32,99 €
Lautsprecher25,99 €
Holzkiste14,95 €
Micro SD Karte12,95 €
RFID Reader10,69 €
RFID Karten9,99 €
Taster9,99 €
USB Sound Karte9,99 €
Lautsprechergitter9,58 €
OnOff Shim9,39 €
Elektronik Set8,99 €
Schrumpfschlauch6,99 €
Schloss6,49 €
Jumper Kabel5,99 €
USB Verlängerung5,97 €
Micro USB Verlängerung4,99 €
USB Buchse2,95 €
Handgriff6,99 €

Die Box hat in Summe 254,37 EUR gekostet.

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1 Antwort

  1. Hoasd sagt:

    Hey, wirklich tolle Boxen hier.
    @RhineFires: wofür ist denn die gelbe Taste bei deiner Box? Kann man darüber die Beleuchtung der Tasten ausschalten? Oder startet die Taste einen Sleeptimer?

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