Phoniebox 2 / Step by Step die Toniebox nachbauen
4.8 (5)

Für diejenigen, die die Phoniebox (Nachbau einer Toniebox mit mehr Funktionen) nicht kennen: Schaut unbedingt erstmal hier rein: Phoniebox 1.0. Suchst Du einfach nur nach einer Alternative für die Toniebox, dann sieh Dir mal diesen Beitrag an: zum Beitrag
Du bist noch da, auf geht’s: Nachdem die Phoniebox 1.0 nun seit einem halben Jahr im Einsatz ist, ist die Erwartungshaltung beim kleinen Bruder gestiegen. Dieses mal wollte ich ein paar Sachen besser machen, z.B. andere Boxen. Aber ich bleibe dem Grundkonzept und Aufbau der Box treu, es ist final eine etwas verbesserte Version, das hängt aber immer mit den eigenen Anforderungen zusammen!

Optimierungen am Raspberry und der Platine

Löten leicht gemacht

Im ersten Schritt habe ich mich über die neue dritte Hand gefreut, damit konnte ich präziser und vor allem schneller löten. Trotzdem werde ich nicht das größte Löt-Ass… Da ich in der ersten Box eine Platine für die Buttons und eine für die LEDs hatte, wollte ich versuchen dieses mal alles auf einer Platine abzubilden. Daher arbeite ich mit einer größeren Lochraterplatine und werde auch relativ großzügig 3V, 5V und GND Pins einplanen, um den Salat am Pi etwas zu verringern.

Raspberry GPIO Erweiterung mit Hilfe eines HAT

Im weiteren Verlauf bin ich dann auf fertige HATs (Hardware attached on top) gestoßen, die man sich z.B. in China drucken lassen kann. Schnell fertig gelötet und man spart einen Haufen Kabel. Ich habe mir erstmal dieses schnieke Teil angeschafft und betreibe mittlerweile beide Phonieboxen damit:

Ohne großes Kabelwirrwar passen schon mal direkt OnOff Shim und HifiBerry drauf. Nun sind noch genug 5V und GND Anschlüsse frei. Dazu noch alles beschriftet, was will man mehr 😉

An dieser Stelle der wichtige Hinweis: Nutzt den OnOffShim nicht mit Jumper-Kabeln. Das habe ich bei meiner ersten Box gemacht und hatte damit immer Undervoltage. Also direkt auflöten oder aufstecken! Und nutzt auch ein anständiges Micro-USB-Kabel. Das von der Powerbank EasyAcc ist super.

Mehr Sound, mehr Box

In diversen Kommentaren, Foreneinträgen etc. wurde gefragt, warum denn die Leto Boxen verwendet werden. Ich selber bin auch nur durch andere Boxbauer darauf aufmerksam geworden. Allerdings habe ich nun auch viele andere Boxen gefunden die interessant sind. Orientiert habe ich mich an diesem Beitrag von schlizbäda: zum Beitrag

Vergleich Visatron und Trust Leto

Gekauft habe ich mir die Visatron F 8SC-8 mit den passenden Lautsprechergitter 1138 von Visatron und sie direkt mal mit den Trust Leto Boxen verglichen:

Die Box bringt im Vergleich einiges mit, auf der einen Seite Gewicht, auf der anderen Größe. Ich werde die Boxen behalten und im Projekt testen, aber für kleine Boxen muss man dann überlegen, ob man ggf. eine große Box im Mono-Berieb nimmt, oder doch eher die kleinen Boxen. Die haben mit dem Hifiberry Miniamp auch schon ordentlich Lautstärke, allerdings ist der Klang kein großes Ohrenkino, halten aber bei den Boxen der Toniebox mit.

Visatron F 8SC-8 Trust Leto Boxen
Gewicht in Gramm 259 49
Höhe in mm 46 21
Durchmesser der
Membran in mm
70 48
Lautstärke folgt noch… folgt noch…

Das Gewicht und die Größe können nun doch wirklich ausschlaggebend werden bei der Planung einer Box (hier gewinnt die Toniebox im Vergleich zu Phonieboxen meist immer). In beiden Kategorien zeigen sich die Trust Leto Boxen deutlich besser. Jetzt müssen Lautstärke, aber vor allem der Klang der Visatron F 8SC-8 deutlich nachlegen. Das kann die Box auch, hier stellt man doch einen qualitativen Unterschied fest. Im Nachgang wäre ich lieber bei den Trust Leto Boxen geblieben, da der Sound ausreicht, selbst für eine kleine Disco im Kinderzimmer.

Impressionen Einbau

Durch die mehr als doppelte Höhe musste ich aufpassen, wo ich was unterbringe. Nach etwas puzzeln habe ich eine Lösung gefunden:

Zubehör Visatron Boxen

Da die Schrauben bei Boxengitter und Handgriff nicht dabei sind bzw. nicht passen, hier als Kaufhilfe die passenden Materialien:

Produkt Kosten
8 X Linsenkopfschraube 4X16 0,28 EUR
8 X Muttern M 4 0,15 EUR
2 X Zylinderschraube Innensechskant 5X30 0,10 EUR
2 X Kotflügelscheiben 5,3X15 0,04 EUR
2 X Kotflügelscheiben 5,3X20 0,07 EUR
2 X Muttern M5 0,04 EUR

Ich hab die Sachen beim Hornbach Baumarkt gekauft, da kann man Schrauben abwiegen und da ich die meisten Sachen nur ein mal brauche… 😉

Bearbeitung der Holzbox – Next Design: Paw Patrol

Neuerungen an der Holzbox

Wenn Ihr meiner Anleitung folgt und die Arcade Buttons einbauen wollt, dann arbeitet mit diesem Forstner-Bohrer 28mm. Die Ergebnisse sind sehr sauber. Für die Lautspecher habe ich dagegen diese Lochsägenbohrer verwendet. Gut, ich hab ein altes Set mit kleinerem Durchmesser, aber das verlinkte sollte für die Visatron Boxen sehr gut passen! Das Loch für den Ein-/Ausschalter wurde dagegen wieder per Forstnerbohrer 12mm vorbereitet. Die Blenden für die Griffaussparungen habe ich aus einer Kiefer-Rechteckleiste vom Hornbach erstellt mit den Maßen 900 X 40 X 5mm, der Kostenpunkt lag bei 1,55 EUR. Diese ist stabiler als die Leiste meiner ersten Phoniebox, die mir auch einmal kaputt gegangen ist beim Einbau. Bevor die Box lackiert werden konnte, habe ich alle Löcher gebohrt, möglichst alle inneren Halterungen für die Powerbank angebracht und selbst Schraublöcher für die finale Fixierung der Box vorgebohrt.

Dann hab ich angefangen sämtliche extra Teile zur Befestigung zu fertigen. Bei der ersten Box hab ich die Schräge beim dem Verbindungsstück nicht eingeplant und dadurch lässt diese sich nur schwer öffnen und schließen. Der Balken ist ca. 10,4 – 10,6cm lang. Einer der wenigen verleimten Teile, generell schwöre ich auf Schrauben… Ich arbeite mit diesem Leim: Soudal Pro 30 D

Lackieren

Vor dem Lackieren mit Acryl-Lacken wurde die Box erst mit Schleifpapier der Körnung 120 und im Nachgang mit Körnung 400 von groben Unebenheiten und Splittern befreit. Beim Lackieren kann ich generell nur den Tipp geben in einer Streichrichtung zu arbeiten und bei der vorgebohrten Löchern mit den Forstnerbohrern sparsam zu arbeiten. Die Buttons gehen sonst kaum noch rein in die Löcher und dann geht mühseliges Nacharbeiten los. Bei der ersten Box hab ich nach dem Motto „viel hilft viel“ gearbeitet und mir einiges an Mehraufwand eingehandelt, das gilt es in Version 2.0 zu vermeiden… Ich selber gebe auch etwas mehr Geld für Pinsel aus, die Hausmarke von Hornbach hat da auch schon „bessere“. Auch bei den Acryl-Lacken habe ich dort zugegriffen und die Farbe selber gemischt (blau und weiß).

das gewisse Etwas durch Wandtattos und Aufkleber – da kommt die Toniebox nicht mit

Nach zwei Schichten Acryl habe ich folgende Aufkleber (Wandtattos) verklebt, die wiederum mit drei Schichten Acryl-Klarlack überstrichen wurden. Das Design begeistert mich und da kommt auch keine Toniebox mehr mit. Hier kannst Du das Design passend auf Dein Kind abstimmen.

Die weißen Aufkleber hat mir Carver gedruckt, mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen: https://forum-raspberrypi.de/forum/thread/45391-beschriftung-boxen-buttons/

Button, Akku Status und Ladebuchse

Die innenliegenen Seitenteile wurden drei mal mit Acryl bestrichen und wie schon bei Version 1.0 bearbeitet. Dieses mal hab ich mir zur Hilfe einen Dremel samt Workstation angeschafft. Das Ergebnis sieht deutlich besser aus. Ich habe auch nur eine USB-Ladebuchse verbaut, das reicht aus.

Display im 3D-Druck-Rahmen

Das Display kommt dieses mal per gedruckten Rahmen in die Box, die Druckdatei für den Halter findet Ihr nach den Bildern:

Download der Druckdatei

Zum kleben diverser Teil, aber eben auch des Displays, habe ich einen richtig guten Kleber entdeckt: UHU Poly Max

Impressionen der Box von Innen

Das Innenleben im Aufbau, mit den großen Boxen wurde es eng und frimelig und auch hier kam UHU Poly Max an diversen Stellen zu Einsatz:

Die fertige Box

Irgendwann war die Box dann auch mal fertig… Ich habe mich an die Anleitung meiner ersten Box gehalten und zusätzlich die Optimierungen aus den Tweaks umgesetzt. Nun mal ein paar Bilder:

Die Startanimation:

toniebox
Phoniebox 2 / Step by Step die Toniebox nachbauen 150

Einkaufsliste

Die Einkaufsliste ist nicht vollständig, hier sollte man auch den Beitrag zum Bau der ersten Box im Blick haben…

Fazit

Es macht Spaß so eine Box zu bauen. Die Boxen zu verbauen ist kniffelig, das Platzkonzept ist besser für die kleineren Boxen geeignet. Es ist aber alles machbar! Die Aufkleber sind genial und halten mit dem über pinseln durch Klarlack nun auch einige Monate ohne abstehende Ecken oder dergleichen. Löten fällt mir durch besseres Zubehör wesentlich leichter und ich bin auch schneller fertig. Ich habe sehr viel gelernt und kann jeden ermutigen, dass es einfach was ganz besonderes ist eine selbst geschaffene Box dem Kind zu schenken… Nimmt man die Arbeitszeit, ist eine Toniebox in der Grundanschaffung günstiger, durch Spotify oder das Abspielen lokaler MP3s ist die Phoniebox weiterhin umfangreicher und günstiger!

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